Meine Geschichten & Gedichte
Die kleinen Geister

Es gibt sie doch die „Die kleinen Geister“.
Es gibt eine Geschichte die ich immer ins Reich der Märchen und Sagen glaubte. Die Leute sprachen in dieser Geschichte stets ehrfurchtsvoll von „kleinen Geistern“. Diese kommen des Nachts und verändern verschiedene Dinge im Haushalt. Wenn die Menschen tief schlafen kommen sie und beginnen ihre fleißige Arbeit. Niemand hat sie je gesehen. Als Kind fand ich diese Geschichte toll und wollte auch so ein Geist sein, anderen Menschen helfen fand ich gut. Eigentlich hatte ich diese Geschichte vergessen. Je älter ich werde, desto öfter kommen mir die Gedanken an diese Geister in Erinnerung. Möglicherweise gibt es sie doch. Seit einigen Jahren bemerke ich verschiedene Veränderungen meiner Kleidung bezüglich der Passgenauigkeit. Nun begann ich über diese „ kleine Geister“ nachzudenken. Ob sie ihre Finger im Spiel hatten? Haben sie damit etwas zu tun, dass meine Kleidung nicht mehr zu mir passte?
Das wollte ich auf den Grund gehen. Mit dem festen Willen alles heraus zu finden fasste ich folgenden Entschluss: Die Vorfahren sagten, sie kommen in der tiefen Nacht. Also legte ich mich auf die Lauer um diese Brüder zu überraschen. Es war weit nach Mitternacht, aber es geschah bisher nichts. Dann wachte ich des Morgens auf und ärgerte mich, war ich doch eingeschlafen. Nun, ich gab nicht auf und begann meine Vorbereitungen für einen zweiten Versuch. Zum einen legte ich einen guten Mittagsschlaf ein, dann bleib ich des Nachts wach, so meine Überlegung. Zum anderen brühte ich eine große Kanne Kaffee, dieser sollte mich beim Wachen unterstützen. Dem neuen Versuch stand nichts mehr im Wege. Stundenlang passierte nichts Aufregendes. Allerdings hörte ich mehrmals Geräusche, die ich nicht kannte. Aber waren es die Geister? Leise schlich ich durch die Wohnung. Bemerken konnte ich nichts Ungewöhnliches. Weit nach Mitternacht, der Kaffee wirkte gut, war immer noch alles wie am Vortag. Als ich zu mir kam, war es draußen schon hell, die Uhr zeigte die neunte Stunde. Der Kopf dröhnte, vermutlich die Nachwirkung des Kaffees. Ich war erneut eingeschlafen. Die Wohnung absuchend, fand ich keine Veränderungen. Aber ja, nach einigen Tagen bemerkte ich wieder Veränderungen an meiner Kleidung. Meine Hemden waren kleiner, die Hosen spannten im Bauchbereich und von der Unterwäsche ganz zu schweigen. Es stimmte also doch; „Die kleinen Geister“ gibt es wirklich, sie waren da gewesen. Sie haben die Nähte meiner Kleidung enger genäht. Nun musste ich wieder neue Hemden und Hosen kaufen. Na toll. Leute, seid Vorsichtig! Unsere Vorfahren hatten also Recht: „Die kleinen Geister“ sind kein Märchen, sie sind unter uns. Und Unsichtbar sind sie auch. Ich weiß es, denn ich habe es erlebt.
……………………………………………………

Eine Unheimliche Geschichte
Mir ist früher einmal etwas sehr Merkwürdiges passiert; man kann schon sagen, dass es eine unheimliche Begebenheit war. Ich war damals noch nicht so erfahren wie heute und habe deshalb einen Schock erlitten.
Es fing damit an, dass ich nur im letzten Augenblick die Straßenbahn erwischen konnte, mit der ich jeden Montag in die Berufschule nach Hannover gefahren bin. Ich war damals Lehrling in einer Maschinenfabrik, hatte wenig Geld und musste meinen ganzen Verdienst zu Hause abgeben, weil meine Eltern sehr arm waren.
Ja, jetzt kann ich mich wieder an alles genau erinnern. Also, ich springe auf die Straßenbahn, und noch ganz außer Atem gehe ich nach vorn zum Schaffner, um mir eine Fahrkarte zu holen. Ich ziehe mein Portemonnaie aus der Tasche und hole ein Zweimarkstück heraus. Als ich es dem Schaffner geben will, stößt mich jemand an und das Geldstück fällt mir aus der Hand. Ich will noch nach dem Zweimarkstück greifen, aber es rollt am Boden entlang nach hinten in die Straßenbahn. Natürlich habe ich mich sehr erschreckt, denn zwei Mark sind für mich eine Menge Geld. Da sehe ich, wie eine alte Frau das Geldstück aufhebt und einsteckt. Schnell habe ich mich an die stehenden Fahrgäste vorbei gedrängt und stehe neben der Frau. „Darf ich bitte die zwei Mark wieder haben?“ sage ich höflich. „Sie gehören mir.“ Die alte Frau schaut mich mit bösen Augen an: „Die habe ich eben gerade gefunden, und was ich finde, behalte ich auch.“ Ich schaue mich um; vielleicht kann mir jemand von den Fahrgästen helfen? Aber alle gucken weg oder in ihre Zeitung. Sie wollen sich nicht einmischen. „Die zwei Mark gehören mir, ich habe sie beim Bezahlen fallen gelassen und .....“ Die Alte bleibt stur. Da werde ich wütend und packe sie am Arm. „Geben Sie mir sofort meine zwei Mark zurück“ sage ich mit lauter Stimme. „Lass mich los, du Flegel“, schreit die Frau und steht auf. Der Schaffner schaut schon böse und misstrauisch zu uns herüber. „Bitte, geben Sie mir meine zwei Mark wieder“, flehte ich, „ es ist mein letztes Geld und ich muss in die Schule fahren.“ Die alte Frau kümmert sich nicht mehr um mich, nimmt ihre Tasche und geht zur Straßenbahntür. Die Bahn hält und die Alte steigt aus. Ich hinterher. Ohne Fahrkarte müsste ich sowieso aussteigen. An der Haltestelle stehen viele Leute, verhindern also, dass ich die alte Frau sofort packe und festhalte. Mit schnellen Schritten geht sie in Richtung Brinker Hafen, ohne sich umzudrehen. Unterwegs hole ich sie ein und halte sie fest: „Geben Sie sofort die zwei Mark her!“ Sie reißt sich los und schreit: „Hau endlich ab, oder ich schreie um Hilfe!“ Verzweiflung packt mich. Ich muss doch zur Schule, wir schreiben heute eine wichtige Klassenarbeit! „Bitte“, flehe ich, „geben Sie mir mein Geld.“ Die Alte geht, nein rennt, weiter. Ich schaue mich um – keine Menschenseele weit und breit. Eine gute Gelegenheit. Ich mache ein paar schnell Schritte, bin hinter ihr und reiße ihr die Tasche aus der Hand. Sie ist, wie ich erstaunt feststelle, sehr schwer. „Geben Sie mir sofort mein Geld wieder, oder ich behalte die Tasche!“ Die Alte bleibt aber nicht stehen – zu meiner Verwunderung geht sie weiter. Ich höre noch, wie sie sagt: „behalte doch die Tasche und verschwinde endlich.“ Ich bleibe verdutzt stehen. Sie verzichtet auf ihre gefüllte Einkaufstasche? Schon ist die alte Frau hinter dem nächsten Häuserblock verschwunden. Ich betrachtete interessiert die Tasche. Nun habe ich doch ein schlechtes Gewissen. Wenn mich jemand beobachtet hat? Ich habe kein gutes Gefühl und gehe schnell in Richtung Hafen. In einer stillen Seitenstrasse mit Fabrikgebäuden zu beiden Seiten bleibe ich stehen und untersuche die Tasche. Ich öffne mit klopfendem Herzen den Reißverschluss. Ein blutiges Hemd kommt zum Vorschein, Zeitungspapier, und dann etwas, dass wie eine Hand aussieht. „Polizei“ ist mein erster Gedanke. Aber ich will mich selbst nicht in noch mehr Schwierigkeiten bringen. Was mögen das nur für grausige Knochenteile sein? Mein Vater würde sich da auskennen – er war im Krieg Sanitäter. Mein Vater – das war in dieser Situation die Rettung. Ich muss so schnell es geht zu meinem Vater, der hier in der Nähe in einer Gärtnerei arbeitet. Mein Vater ist sehr überrascht, als er mich sieht. Ich erzähle ihm aufgeregt die Geschichte. Er schüttelt nur den Kopf und schaut sich den Inhalt der Tasche genauer an: „Bärenknochen“, sagt er, „nichts als Bärenknochen.“
Und wisst ihr auch, von wem die Knochen waren?
Von dem Bären, den ich euch mit dieser Geschichte aufgebunden habe.

Die dunkle Seite in mir !?
Eigentlich kann ich Stolz auf meine Familie sein. Ich habe zwei wunderbare Kinder und eine sehr schöne und kluge Frau. Die Kinder wachsen in einem harmonischen Elternhaus auf, wir wohnen in einem eigenen Haus und uns plagen auch keine finanziellen Sorgen. Eigentlich kann ich Stolz sein. Wenn da nicht meine dunkle Seite wäre. Ja, meine dunkle Seite, die mich von Zeit zu Zeit sehr plagt. Ich will ja nicht behaupten, dass meine Frau daran schuld sei. Aber meine Frau bringt SIE gelegentlich mit nach Hause. Ja, SIE. SIE ist es, die mich beinahe um den Verstand bringt. Und meine Frau meint nur: ich soll SIE ignorieren. Aber das geht nicht so einfach. SIE spukt in meinen Kopf herum, auch wenn SIE nicht da ist. Das verliert sich erst, wenn SIE lange nicht bei uns gewesen ist. Und nach einiger Zeit ohne SIE habe ich mich beruhigt und lebe sorglos. Und dann, eines Tages war es aus mit meiner Ruhe. Es wurde schlimm wie noch niemals je zuvor. Meine Frau brachte SIE wieder mit nach Hause. Muss das sein? fragte ich etwas nervös und irritierend meine Frau. Du weißt doch dass mich das kaputt macht, und dann immer vor den Kindern, die sollen das doch nicht mitkriegen. Meine Frau sagte, ich solle mich zusammennehmen und an die Kinder denken, mit gutem Beispiel voran gehen. Das habe ich versucht, stundenlang, bis zum Abend. Als ich einen bestimmten Geruch war nahm, wurde es fast unerträglich. Bevor ich SIE sah, habe ich ihren Duft in mich aufgesogen. Und da kam die Erinnerung wieder, ich sah im Geiste ihren Körper, ihre wohlgeformten Kurven, die Farbe ihrer Haut. Mir schwanden fast die Sinne. Da war SIE wieder unter uns, am Abendbrottisch. Ich bemühte mich verzweifelt nicht hinzusehen. Nur mit äußerster Mühe und aller mir zur Verfügung stehenden Willenskraft konnte ich widerstehen. Meine Frau fragte mich, ob ich mich nicht IHR zuwenden wolle. Nein, auf keinen Fall, sagte ich ohne aufzusehen. Ich hatte Angst mich nicht beherrschen zu können. Die Kinder fragten, ob ich SIE denn nicht mag. Beim Essen sollte nicht gesprochen werden, konnte ich nur antworten. Das Abendessen war vorbei und meiner Frau nahm SIE mit in die Küche. Ich konnte aufatmen, aber da war noch IHR Duft, ich war fast wie von Sinnen. Der Rest des Abends verlief den Umständen entsprechend. Ich habe SIE nicht mehr zu Gesicht bekommen, dennoch: SIE ging mir nicht aus den Kopf. Als ich die Kinder zu Bett brachte, plagte mich noch das schlechte Gewissen: haben die Kinder was mitbekommen? Ich weiß es nicht. Aber meiner Frau ist mein Verhalten IHR gegenüber nicht verborgen geblieben. Kopfschüttelnd legten wir uns ins Bett. Die Stunden vergingen und an Ruhe war nicht zu denken. Ich dachte intensiver den je an SIE. IHR wohlgeformter Körper, die wunderbare Farbe IHRER Haut, IHR Duft, und der Gedanke: SIE ist noch immer in der Küche unten, es war nicht aus zuhalten. Ich drehte mich nach meiner Frau um, sie schlief fest. Langsam stand ich aus dem Bett auf und ging die Treppe runter zur Küche. An der Tür zum Kinderzimmer horchend, verweilte ich kurz, aber da war auch alles ruhig. Ich ging zur Küche, öffnete die Tür und da sah ich SIE. SIE war genau so, wie ich Sie in meinen Gedanken sah: IHR wunderbarer Körper, wie von zarter Seide halbdurchsichtig umhüllt, von vollendeter Farbabstimmung, ein Traum. Ich musste SIE berühren. Zögernd berührte ich IHREN jungfräulichen Körper, mir schwanden die Sinne. Ich konnte mich nicht mehr beherrschen: ich ergriff Besitz von IHR, streichelte IHRE Haut, liebkoste SIE immer wieder.
Und dann das jähe Ende, es kam, wie es kommen musste. Das Licht ging an und meine Frau stand hinter uns. Ich wünschte mich in eine andere Galaxie.
Mit weit aufgerissenen Augen sprach meine Frau von Verantwortungslosigkeit, ob ich nicht an die Kinder gedacht hätte und überhaupt, sei sie sehr enttäuscht von mir. Ich fühlte mich sehr Elend. Zum Schluss sagte sie noch mit herrischer Stimme: sofort legst du die Bockwurst in den Kühlschrank zurück.
